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Die ARGE BIO wurde im Jänner 2003 als gemeinnütziger Verein mit dem Namen ARGE Bio-Regionen Österreichs von einer Gruppe bio-bewegter Personen aus der Landwirtschaft, der Verarbeitung und des Handels gegründet. Erster Geschäftsführer und Initiator der Gründung war Herbert Allerstorfer, der zuvor jahrelang erfolgreich die Marketingagenden des größten österreichischen Verbandes für Bio-Bäuerinnen und Bio-Bauern, ERNTE für das Leben, betreut hat.

Gründungsgeschichte

Mit dem neu gegründeten Verein sollten die Aufmerksamkeit und das Engagement verstärkt auf den „nachgelagerten“ Bereich gerichtet werden. Das hatte mehrere Gründe:

  • Die österreichischen Bio-Verbände waren und sind statutarisch als landwirtschaftliche Interessensvertretung angelegt. Da auch die gesetzlichen Interessensvertretungen kein Interesse für Bio-Agenden zeigten, fehlte schlicht und einfach eine ernstzunehmende Vertretung für die Verarbeiter:innen und Händler:innen im Bio-Sektor. Mit der neu gegründeten Arbeitsgemeinschaft sollte für diese Organisationen eine Heimat bzw. Plattform geschaffen werden, in der sie mit Sitz und Stimme und mit vereinten Kräften ihren Teil zur Weiterentwicklung der Bio-Bewegung beitragen können.

  • Gleichzeitig war klar, dass für die rasch wachsende Bio-Szene das größte Sicherheitsrisiko im Bereich der Verarbeitung und des Handels angesiedelt ist, weil diese Betriebe in aller Regel nicht zu 100 % biologisch wirtschaften und es in diesen Fällen keine Umstellungszeit gab und gibt.

Und es war auch kein Zufall, dass der Verein bei Gründung den Begriff „Bio-Regionen“ im Namen trug. Dies war Ausdruck einer zweiten wesentlichen Zielsetzung des Vereins:

Die Gründungsmitglieder und allen voran Herbert Allerstorfer waren sich schon damals einig, dass BIO und REGIONAL einfach zusammengehören. Und auch das hatte mehrere Gründe:

  • BIO wird in der Erwartungshaltung der Konsument:innen ganz intuitiv und untrennbar mit regionaler Herkunft verknüpft. Das ist begründet im Bedürfnis in der Sehnsucht nach Nähe und Vertrauen, der sich in Bezug auf Lebensmittel dann erfüllt, wenn der Prozess der Herstellung selbst und die handelnden Personen bei ihrer Arbeit hautnah erlebt werden können.

  • Andererseits war klar, dass Kreislaufdenken nicht auf einzelbetrieblicher Ebene enden darf. Die Gründungsmitglieder wollten BIO in größeren regionalen Kreisläufen denken. Herbert Allerstorfer war der Überzeugung, dass dazu eine Allianz zwischen den Bäuerinnen und Bauern, den Verarbeiter:innen und Händler:innen, den Energieversorger:innen und den Bildungs- und Tourismuseinrichtungen in der Region gefunden werden muss. Zu diesem Zweck wurden in kürzester Zeit österreichweit mehrere Bio-Regionsverbände gegründet.

Noch ein sehr persönliches Vermächtnis hat Herbert Allerstorfer dem Verein hinterlassen.

Es war ihm ein Herzensanliegen und ist uns eine Verpflichtung, allen Menschen einen leichten Zugang zu Bio-Produkten zu ermöglichen. „Egal, ob die Menschen ihre Bio-Produkte direkt am Hof, im Naturkosthandel, im Einzelhandel oder beim Diskont kaufen wollen – es ist nicht unsere Aufgabe, die Konsument:innen zu erziehen, sondern gute und gesunde Bio-Produkte über alle Vermarktungskanäle verfügbar zu machen“, so das Credo von Herbert. Entscheidend war und ist, dass dabei die Identität der Bio-Produkte erhalten bleibt und dass allen handelnden Personen die Wertigkeit dieser besonderen Lebensmittel bewusst ist.

Leider ist Herbert Allerstorfer 2004 mit 47 Jahren auf Grund einer schweren Krankheit viel zu früh verstorben. Wir haben mit ihm einen Vordenker, einen Wachrüttler, einen Motor, vor allem aber auch einen unfassbar kreativen, authentischen und liebenswerten Menschen verloren. Sein Geist aber lebt bis heute in der ARGE BIO und ihren Tochterorganisationen weiter.

Aufbauphase

Was ursprünglich als Überbrückung bis zur Genesung von Herbert Allerstorfer gedacht war, wurde eine mehrjährige Vollzeitbeschäftigung: Im Herbst 2003 übernahm Heidi Kottnig interimistisch und später alleinverantwortlich für die folgenden vier Jahre die Geschäftsführung des Vereins ARGE Bio-Regionen Österreichs.

In der Umsetzung der Idee zur Schaffung von Bio-Regionen hat sich der Verein in den Jahren 2004 bis 2008 ganz intensiv mit der Schaffung von Systemen zur Dokumentation von lückenlosen Lieferketten beschäftigt. Geboren aus dem Anspruch, dass Regionalität nur dann ausgelobt werden darf, wenn umfassend und transparent nachvollziehbar ist, wo und wer für welche Wertschöpfungsschritte verantwortliche zeichnet, entstanden daraus unter anderem Dokumentationssysteme, Prozessbeschreibungen und EDV-Programme, die damals wie heute erfolgreich im Bio-Bereich eingesetzt werden.

Zeitgleich hat sich aber auch die bestehende Zusammenarbeit mit dem größten Lebensmittel-Diskonter Österreichs intensiviert. Aus einer losen Kooperation wurde nach und nach verantwortliche Beratung und zuletzt ein eigener Qualitätsstandard, der ab 2008 als ARGE BIO-Standard für die Lieferant:innen des gesamten Bio-Sortiments dieses Kooperationspartners vorgeschrieben wurde.

Die Sicherheit für Bio-Produkte zu erhöhen und Bio-Kompetenz auf allen Ebenen (bei Personen auf landwirtschaftlicher Ebene ebenso wie bei Verarbeitungsbetrieben oder in den Einkaufsabteilungen großer Handelsketten) zu schaffen bzw. zu fördern wurde mehr und mehr zur prioritären Aufgabe und gleichzeitig zur größten Chance in der täglichen Arbeit.

Arbeitsteilung

Zur Unterstützung der Vereinsmitglieder in der Entwicklung und Vermarktung von Bio-Produkten wurde Ende 2004 die Bio-Regionen Service GmbH gegründet. Zu Jahresbeginn 2008 folgte die Gründung der LebensmittelFairSicherung GmbH mit der Aufgabenstellung, Dienstleistungen zur Prüfung und Beurteilung von Qualitätssicherungsmaßnahmen und ‑programmen im Lebensmittelbereich zu erbringen – und insbesondere die Umsetzung des ARGE BIO-Standards zu überwachen. Beide Tochterorganisationen befinden sich zu 100 % im Eigentum der ARGE BIO.

Mitte 2008 legte Heidi Kottnig die Geschäftsführung der ARGE Bio-Regionen Österreichs zurück, um als Geschäftsführerin die Verantwortung für die beiden Tochterorganisationen zu übernehmen. Der Vorstand selbst zeichnet seither (seit 2010 unter dem geänderten Vereinsnamen ARGE BIO) für alle operativen und strategischen Entscheidungen sowie die Geschäftsführung des Vereins allein verantwortlich